Corona fordert alle – das gilt auch oder erst Recht für die Ausbildung. Verloren ist das Jahr 2020 aber nicht. Trotzdem wird manches anders sein. Das Ausbildungsjahr dürfte mit Verzögerungen anlaufen.

 

Von einem besonderen Ausbildungsjahr 2020 zu sprechen, wäre wahrlich eine Untertreibung. Corona wirkt sich auf alle aus, die gerade in der Ausbildung sind – Stichwort Unterrichtsausfälle und erschwerte Bedingungen in den Unternehmen. Und nicht zuletzt auf die Prüfungen, die in diesen Wochen unter schwierigen Bedingungen, aber voraussichtlich komplett noch in diesem Ausbildungsjahr abgelegt werden können.

Mindestens genauso ist aber auch der kommende Ausbildungsjahrgang betroffen. Verglichen mit anderen Jahren hinkt der Lehrstellenmarkt nach Wahrnehmung der IHK Hannover der sonst üblichen Entwicklung etwa zwei Monate hinterher. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.

Zunächst kann man die Verzögerungen schlicht auf organisatorische Probleme zurückführen. Von Mitte März bis Mitte Mai waren wegen des Lockdowns Vorstellungsgespräche praktisch unmöglich. Auf das persönliche Kennenlernen legen aber sowohl Ausbildungsbetriebe als auch die künftigen Azubis großen Wert. Auch waren viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Personalabteilungen in Kurzarbeit oder sind es noch. Die IHK merkt das daran, dass zu Ende Mai nicht wie sonst üblich rund 50 Prozent der Ausbildungsverträge des Gesamtjahres vorlagen, sondern nur knapp 40 Prozent. Schulabsolventen und Ausbildungsplatzsuchende hatten in diesem Jahr auch keine Gelegenheit, sich auf den Berufsmessen und bei schulischen Informationsveranstaltungen über das Ausbildungsangebot zu orientieren und erste Kontakte zu knüpfen. Hinzu kam über einige Wochen die Sorge, ob eine Abschlussprüfung in der Schule überhaupt möglich wäre. Dies alles erschwert und verzögert sowohl die Bewerbungen als auch die Bewerberauswahl.

Natürlich wird auch der Ausbildungsmarkt in diesem Jahr von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie überschattet. Das gilt nicht nur für die besonders betroffenen Dienstleistungsbranchen, etwa die Gastronomie, Tourismus oder Freizeitwirtschaft, sondern auch für viele andere Bereiche und Unternehmen. Wie sich das auf die Zahl der Ausbildungsverträge in diesem Jahr auswirkt, zeigt sich erst in den kommenden Monaten.

Schließlich gibt es in Niedersachsen noch einen Sondereffekt bei den Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen: Durch die Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren ist der niedersächsische Abi-Jahrgang deutlich kleiner als sonst.

Prognose für das zweite Halbjahr
Für den offiziellen Ausbildungsstart am 1. August bedeutet das im Bereich der IHK Hannover konkret: Nach den aktuellen Schätzungen werden statt wie in anderen Jahren üblich rund 8000 eingetragene Ausbildungsverträgen voraussichtlich zwischen 6500 und 7000 vorliegen. Selbst bei pessimistischen Annahmen für die Gesamtzahl der Ausbildungsverträge im IHK-Bereich in diesem Jahr wären damit ab August und bis zum Jahresende noch rund 2000 Ausbildungsplätze zu besetzen.

Nach den bisherigen Beobachtungen der IHK wird sich das Angebot an Ausbildungsplätzen, die nach den traditionellen Startterminen Anfang August und Anfang September noch frei sind, auf nahezu die gesamte Bandbreite der Ausbildungsberufe erstrecken. Für Bewerberinnen und Bewerber bedeutet das: Es geht in diesem Jahr im Herbst nicht um „restliche“ Ausbildungsplätze, sondern es gibt eine Vielfalt von zur Verfügung stehenden offenen Angebote.

Unterstützung aus dem Konjunkturpaket

Ausbildungsprämie für Ausbildungen

Meet Ausbildung

Übernahme von Azubis trotz Kurzarbeit möglich

 


INFO
Unternehmen können auch dann, wenn sie Kurzarbeit eingeführt haben, sowohl Auszubildende nach erfolgreichem Abschluss übernehmen als auch neue Auszubildende einstellen. Der Anspruch auf Kurzarbeit wird hierdurch nicht berührt. Es müssen in diesem Fall keine zwingenden Gründe vorliegen, die eine Arbeitsaufnahme während der Kurzarbeit begründen. Den Auszubildenden soll somit der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Auch für den zukünftigen Facharbeiter kann Kurzarbeit beantragt werden.

Übernahme von Azubis trotz Kurzarbeit möglich


 

 

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Prof. Dr. Günter Hirth

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