Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr befürchtet, dass in Hannover die Südschnellwegbrücke über die Hildesheimer Straße für LKW gesperrt werden muss – wenn sich Lastwagenfahrer nicht an die geltende Abstandsregel halten und das Bauwerk damit zu sehr belasten. Das darf aus Sicht der IHK Hannover auf keinen Fall passieren: Die Konsequenzen wären gravierend. 

„Eine Sperrung des Südschnellweges für LKW über 7,5 Tonnen oder sogar für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen wäre für die Wirtschaft eine Katastrophe.“ So kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt die jetzt bekannt gewordenen Befürchtungen der Landesstraßenbaubehörde. Der Südschnellweg sei nicht nur für den regionalen, sondern auch für den überregionalen Wirtschaftsverkehr von grundlegender Bedeutung.

Umleitung über Hildesheimer Straße bedeutet Verkehrskollaps

West- und Südschnellweg bilden die zentralen Achsen der westlichen und südlichen Umfahrung Hannovers. Gleichzeitig habe das Schnellwegsystem auch als Ausweichstrecke bei Störungen auf der A2 hohe Bedeutung: Würde bei einer Sperrung des Südschnellwegs der LKW-Verkehr über die ohnehin hoch belastete Hildesheimer Straße umgelegt, käme es zu einem Verkehrskollaps, warnt die Hauptgeschäftsführerin.

Pragmatischer Vorschlag: Mehrsprachige Hinweisschilder

Um die zur Entlastung der Südschnellwegbrücke erforderlichen größeren Abstände zwischen den LKW zu erreichen, schlägt Georg Menell, Transportunternehmer und Vorsitzender des IHK-Ausschusses für Verkehr und Logistik, mehrsprachige Hinweisschilder vor. „Damit könnte die Akzeptanz der Abstandsregelung auf der Brücke verbessert werden“, so Menell.

Neubau der Südschnellwegbrücken ohne Alternative

IHK-Hauptgeschäftsführerin Maike Bielfeldt: „Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig der schnelle Neubau der maroden Brückenbauwerke des Südschnellweges ist. Da bereits Ende 2023 die Restnutzungszeit der Brücke die Hildesheimer Straße abläuft, wird die Zeit äußerst knapp. Umso unverständlicher sei die aktuell erneut geführte Diskussion, in der neben den Kostensteigerungen, die vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation nicht überraschend kommen, nur altbekannte und klar widerlegte Argumente vorgebracht werden. So basiere die größere Breite des künftigen Südschnellweges nicht auf zusätzlichen Fahrspuren, sondern auf Standstreifen, die aus Sicherheitsgründen unverzichtbar seien. Die IHK weist auf einen Unfall hin, bei dem nach Angaben der Landesstraßenbaubehörde aufgrund der fehlenden Standstreifen Rettungskräfte den Unfallort nur zu Fuß erreichen konnten. Auch der immer wieder angeführte Flächenverbrauch sei nach den aktuell vorliegenden Informationen zu einem wesentlichen Teil auf Baustelleneinrichtungsflächen zurückzuführen und sei damit nur vorübergehend.

 

 

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