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Hannover 96 hat drei neue Spieler vorgestellt und will mit ihnen unter die Top sechs – im E-Sport, in der Fußballsimulation Fifa. Damit will man sich Neuem öffnen, sagte Manager Horst Heldt.
[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Drei neue Spieler für Hannover 96: Unter anderem aus Darmstadt und Berlin kommen die Hoffnungsträger, die den Verein unter die Top 6 bringen sollen. Allerdings nicht auf dem Rasen: Die Neuverpflichtungen markieren den verstärkten Einstieg des Fußball-Bundesligisten in den E-Sport. Die Neuen, allesamt um die 20 Jahre alt, hoffen, sich als Profis in der Fußballsimulation Fifa 2019 etablieren zu können. Die beiden Topspieler belegen im weltweiten Ranking Plätze um die 50. Aus Sicht der 96-Verantwortlichen soll damit der Einzug in die Top 6 der aus 22 Teams bestehenden virtuellen Bundesliga gelingen. Die wird von der Deutschen Fußball Liga (DFL) getragen und umfasst neben dem weitaus überwiegenden Teil der aktuellen Erstligisten auch Zweitliga-Vertreter wie den Hamburger Sport-Verein (HSV) oder den SV Sandhausen. Angesiedelt ist das professionell aufgestellte E-Sport-Team von Hannover 96 bei der Sales & Services GmbH. Zur Höhe des Budgets für den neuen Bereich gab es keine Angaben.

96-Manager Horst Heldt sprach bei der Vorstellung des Teams von der rasanten Entwicklung, die E-Sport gerade erlebt. Entsprechend sei er froh, dass es diesen Bereich jetzt bei Hannover 96 gibt, unter anderem deshalb, um darüber auch eine jüngere Zielgruppe zu erreichen. Außerdem ließ er keine Zweifel daran, dass für ihn E-Sport ein eben auch ein Sport ist. „Jeder Sportler erkennt das an“, sagte er und wies unter anderem auf die mentale Belastung hin, die nur mit entsprechender Fitness bewältigt werden könne. Er verglich die Anforderungen mit denen eines Torwarts im realen Fußball, „der ja auch Kondition trainiert und nach dem Spiel ausläuft“ – unabhängig von der körperlichen Belastung während des Spiels.

Heldt nannte aber einen weiteren Punkt, der für Hannover 96 angesichts der rasanten Digitalisierung wichtig ist: Sich öffnen für Neues, das machte der Manager als wichtigen Aspekt aus. Dazu zählt vor allem, klassische Denkmuster über Bord zu werfen. Wichtiger für das Selbstmarketing als Autogrammkarten dürften inzwischen für viele (reale) Fußballspieler die antrainierten, wiedererkennbaren Jubelgesten sein und, neben Facebook und Twitter, wahrscheinlich auffällige Frisuren. Für E-Sportler dagegen ist wichtig, dass der Name, unter dem sie online unterwegs ist, erkannt wird: DHoudek ist der internationale erfahren Topspieler David Houdek (23) aus Grevenbroich, Marco Becker (22) aus Darmstadt heißt online It4chi, und hinter Chrissie steckt Christoph Strietzel (18). Bereits in der vergangenen Saison Erol Bernhardt für Hannover 96 an der Konsole; der Nachwuchsspieler ist vierte im E-Sport-Team des Bundesligisten. Gespielt wird Fifa im Gegensatz zu anderen E-Sportarten von einem Einzelspieler. Das Viererteam ist die Basis für Hannover 96, nicht nur in der virtuellen Bundesliga, sondern auch bei anderen Turnieren anzutreten.

Es sind aber keineswegs nur Sportvereine, die sich im E-Sport aufstellen. Die Expert SE als Kooperation im technischen Einzelhandel ist seit einigen Jahren in diesem Bereich aktiv. Auch im Hochschulsport in Göttingen und Hannover gibt es erste Angebote. Rund 15 Millionen Spieler spielten in der vergangenen Saison virtuell Fußball, in der aktuellen dürften es noch mehr sein. Die Spiele kann man über Internet-Plattformen verfolgen, die Zuschauerzahlen während der Turniere gehen in die Millionen. Auch die Preisgelder steigen drastisch an.

Hannover 96 arbeitet beim E-Sport mit der Berliner  eSportsReputation GmbH (eSR) zusammen, einer der, wie es heißt, weltweit führenden Fifa-E-Sports-Agenturen mit Vertretungen in Berlin, München, Hamburg, Wien, Zürich und London. Rund 60 Fifa-E-Sportler aus vier Kontinenten werden derzeit von der Agentur vertreten, gecoacht und betreut. Darunter sind ehemalige Weltmeister, Europameister sowie amtierende deutsche Meister. Coaches mit über zehnjähriger Fifa-Erfahrung kümmern sich weltweit um Talente und Spitzenspieler. Die Agentur unterstützt unter anderem die E-Sports-Aktivitäten von Manchester City, FC Basel, Rapid Wien, Besiktas Istanbul, AS Rom, RB Leipzig, Hamburger SV und jetzt auch von Hannover 96. Geschäftsführer Sport bei eSR ist Joshua Begehr, selbst ehemaliger Fifa-Weltmeister, mehrfacher Europameister und achtfacher deutscher Meister.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]Digitalisierung ist nicht in erster Linie eine Frage der Technik, sondern der Einstellung: Das macht der rasant aufstrebende Bereich E-Sport so deutlich wie kaum etwas sonst. Mehr dazu am 4. Januar in der NW-Freitagskolumne.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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