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Man kann über E-Sport Gutachten schreiben. Aber sich überhaupt mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass das Sport sein könnte, zeigt, wie grundlegend die Digitalierung alles ändert.
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Vorsichtshalber mal auf die genauen Begriffe achten: Von E-Sport darf man ja wohl nicht sprechen, wenn es nach einem vor ein paar Tagen veröffentlichten Rechtsgutachten geht. Denn E-Sport, also Spielen im Wettbewerb gegen Gegner am Computer, ist kein Sport. So haben es jedenfalls vom Deutschen Olympischen Sportbund beauftrage Juristen festgelegt. Die Funktionäre des körperlichen Sports sehen sich damit in ihrer bisherigen Auffassung bestätigt. Körperlich: Das muss man deshalb betonen, weil das Gutachten hier die Grenze zieht. Basketball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen und so weiter – Daumen hoch, alles Sport. Da ist die geforderte Körperlichkeit gegeben. Dart, Schießen, Schach – auch. Sagt der Sportbund. Obwohl spätestens beim Schach die Körperlichkeit überhaupt keine Rolle mehr spielt. E-Sport ist aber irgendwie ganz anders: Das hat das Gutachten jetzt festgestellt und beruft sich auf „langjährige Rechtsprechung“.

Aber halt, ist das nicht genau das Problem, das bei der digitalen Transformation überall auftaucht? Nämlich der Versuch, mit langjährig erprobten Konstrukten und Kategorien das Neue zu bewältigen? Man kann auch sagen: Es ist der bessere Weg, sich auf Neues einzulassen, selbst (oder gerade) wenn man die eigenen Vorstellungen revidieren muss. Und genau diesen Aspekt kann E-Sport bieten: Zu akzeptieren, dass Spieler mit fünf Fantasiefiguren auf einem bunten, digitalen Fantasiespielfeld ein Wettkampf um Titel und Meisterschaften austragen, bedeutet, sich zu öffnen für die Idee, wie tiefgreifend der digitale Wandel tatsächlich ist. Er verändert nicht nur die Art und Weise zu leben und zu arbeiten, sondern auch Denken und Vorstellungen. Zum Beispiel die, was Sport ist. Und diese Vorstellung vom Sport wird weder von Gutachten noch von Sportverbänden bestimmt. Sondern von Attraktivität und Akzeptanz in der Gesellschaft. pm

Ursprünglich als Wirtschaftspolitisches Streiflicht, später in einer eigenen Rubrik „Streiflichter“: Glossen begleiten die Niedersächsische Wirtschaft von Anfang an und hatten schon in Vorgänger-Publikationen ihren Platz. An dieser Stelle finden Sie jeden Freitag eine Glosse in dieser Tradition.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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