Mehr Geschäft plus Zinswende plus Kosten im Griff gleich Gewinnsprung: Diese Gleichung ging 2023 für die Nord/LB ziemlich gut auf.

 

Die Landesbank mit Sitz in Hannover hat im vergangenen Geschäftsjahr mit 271 Mio. Euro ihr Vorsteuerergebnis um mehr als 160 Prozent gesteigert. In gleicher Größenordnung mit einem Plus von gut 150 Prozent kletterte das Konzernergebnis auf 224 Mio. Euro.

So stieg der Zins- und Provisionsüberschuss der Bank gegenüber 2022 um gut ein Fünftel auf knapp 1,3 Mrd. Euro. Auf der anderen Seite blieben die Kosten mit 908 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau: Man habe an der strikten Disziplin in diesem Bereich festgehalten, so die Bank. Vorstandschef Jörg Frischholz bei der Bilanzvorlage Mitte März: „Die Nord/LB hat ihren Kurs der Profitabilität auch im Geschäftsjahr 2023 fortgesetzt.“ Die Strategie greife, die Maßnahmen zur Transformation der Bank wirkten, so Frischholz weiter.

Nord/LB-Chef

Nord/LB-Chef Jörg Frischholz.

Die Nord/LB musste nach Verlusten im Geschäftsjahr 2018 in der Folge mit rund 3,6 Mrd. Euro gestützt werden. In der Folge wurde die Bank anders aufgestellt und verkleinert. Im vergangenen Jahr stieg die Bilanzsumme allerdings erstmals seit 2009 wieder an, auf 112 Mrd. Euro und damit knapp 3 Mrd. Euro gegenüber dem Stand zwölf Monate zuvor. Nach dem Höchststand unmittelbar vor der Finanz- und Wirtschaftskrise mit gut 244,3 Mrd. Euro nahm die Bilanzsumme jedes Jahr ab, zuletzt als Teil der Transformation der Nord/LB. Auch die Zahl der Mitarbeitenden verringerte sich deutlich. Zählte die Bank 2016 noch rund 6000 Stellen, so waren es im vergangenen Jahr rund 3700.

Die Bank scheint inzwischen in einer Struktur angekommen, in der sie sich wohlfühlt. Auch die Aufwendungen für Restrukturierung und Transformation haben sich erneut verringert. Sie beliefen sich im vergangenen Jahr auf 52 Millionen Euro (Vorjahr: 67 Millionen Euro). Bereits vor einem Jahr konnte Bankchef Frischholz über eine Rückkehr in die Gewinnzone berichten.

Die einzelnen Segmente des Nord/LB-Geschäfts waren im vergangenen Jahr unterschiedlich erfolgreich, aber alle in schwarzen Zahlen. Dabei wirkte sich die Risikovorsorge jeweils unterschiedlich, jedoch spürbar aus. Etwa wurde im Firmenkunden- und Verbundgeschäft 2023 das aus Sicht der Bank starke Vorjahresergebnis noch einmal um rund 40 Mio. Euro übertroffen und landete vor Steuern bei 227 Mio. Euro. Neben einem deutlichen Zuwachs der Erträge sei dafür auch eine geringere Risikovorsorge in Höhe von minus 35 Mio. Euro (Vorjahr: – 77 Mio. Euro) der Grund  gewesen.

Im Bereich Immobilienkunden mit der Marke Deutsche Hypo schlug 2023 wegen der angespannten Situation auf den Immobilienmärkten die Risikovorsorge durch. Ähnlich die Veränderung bei den Flugzeugfinanzierungen: 15 Mio. Euro Vorsteuerergebnis nach 184 Mio. Euro 2022. Dieser Bereich habe aber in erster Linie von der Auflösung von Risikovorsorge profitiert, die während der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Einschränkungen beim globalen Flugverkehr gebildet worden war. Die Flugzeuge sind bei der Nord/LB Teil des Geschäftssegments Spezialfinanzierungen; dazu zählt auch der Bereich Energie- und Infrastruktur, der ein Vorsteuerergebnis von 153 Mio. Euro (Vorjahr: 201 Mio. €) lieferte.

Besonders im Blick regelmäßig das Geschäftsfeld Privat- und Geschäftskunden: Dahinter steht als Marke, wie es bei der Nord/LB heißt, die Braunschweigische Landessparkasse. Deren Herauslösung aus der Nord/LB und damit die Bildung einer eigenen Sparkasse wird von Kommunen im Braunschweiger Raum immer wieder gefordert. Das Ergebnis vor Steuern hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr auf 61 Mio. Euro erhöht nach einem Minus von 71 Mi. Euro im Jahr zuvor.

Zur Entwicklung im angelaufenen Geschäftsjahr äußerte sich Jörg Frischholz verhalten optimistisch: „Das derzeitige konjunkturelle Umfeld ist zweifelsohne angespannt. Dennoch lassen sich vielversprechende Projekte realisieren und besonders im Bereich der Erneuerbaren Energien sehen wir eine hohe Nachfrage unserer Expertise.“

www.nordlb.de

 

 

 

 

 

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